Wirkung, die im Raum bleibt.
Die gängige Lampenfieber-Definition bezeichnet zunächst die ausgeprägte Anspannung vor ungewöhnlichen Situationen, die wir selbst vorwiegend als bedeutsam und entscheidend bewerten. Dabei äußert sich die Anspannung in den verschiedensten Formen von Symptomen. Von…
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Die verschiedenen Ausprägungen von Lampenfieber kann uns ganz unterschiedlich in Schach halten. Den Grund dafür findet man in der Natur des Menschen verankerten „Fight-or-Flight“-Instinkt . Dieser diente unserem Überleben, besonders in Situationen, die von uns als lebensbedrohlich und gefährlich eingestuft wurden. Denn wenn vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden, sind wir binnen Sekunden aufmerksam und handlungsfähig, können auf unsere Umgebung reagieren und notfalls unser Überleben sicherstellen.
Dies klingt alles sehr dramatisch und angesichts unserer heutigen Lebensweisen vielleicht etwas realitätsfern, allerdings haben diese Mechanismen unseren Vorfahren das damalige Leben gesichert. Aus dem Blickwinkel ist es deswegen durchaus nachvollziehbar und sogar von Vorteil, dass unser Körper diese Funktion bewahrt hat. Die Bedeutung des Lampenfiebers ist demnach etwas Gutes und soll uns schützen, anstatt uns Steine in den Weg zu legen.
Nun müssen wir in der heutigen Zeit nicht mehr vor möglichen Fressfeinden davonlaufen und bei der Suche nach Nahrung ständig auf der Hut sein. Nichtsdestotrotz finden wir uns in Situationen wieder, die über die Zukunft unseres Lebens „entscheiden“. Zumindest sagen wir uns dies selbst, weshalb unsere (vielleicht verzerrte) Einschätzung meist die Ursache unserer großen Anspannung und des Lampenfiebers ist. Denn wir müssen nicht nur die Situation selbst einschätzen, sondern werden mittlerweile auch durch die mögliche Einschätzung anderer beeinflusst: Der Eindruck anderer entscheidet schließlich über unsere Empfindung von Zugehörigkeit. Und genau in diesem Bedürfnis nach Zugehörigkeit liegt häufig die zentrale Ursache des Lampenfiebers:
Die schlechte Nachricht vorweg: Ganz los wird man das Lampenfieber eigentlich nicht. Doch jetzt die gute Nachricht: Das wollen wir auch gar nicht! Denn abgesehen von den typischen Symptomen wie starkes Schwitzen und einen flauen Magen, kann uns das Lampenfieber oftmals sogar nützen, indem es uns aufweckt, unsere Sinne schärft und uns zusätzliche Energie verschafft. Diesen Fokus und die Konzentration müssen wir also nur lernen effektiv für uns und unseren Auftritt einzusetzen, sodass die Angst gar zu einer nützlichen Ressource wird und wir auf diesem Weg unser Lampenfieber überwinden.
Wie so oft im Leben macht uns Übung letztlich zum / zur Meister*in! Die Aufregung am Anfang ist ganz normal und jeder hat mal irgendwo angefangen. Deswegen sollten wir möglichst jede Gelegenheit nutzen, die wir bekommen, um uns selbst zu beweisen, dass es doch gar nicht so schlimm ist vor anderen aufzutreten und wir sehr wohl in der Lage sind unseren Auftritt oder den Vortrag mit Bravour zu meistern. Eins der wichtigsten Dinge ist es jedoch, die Angst und die einhergehenden Symptome zu akzeptieren, anstatt das Lampenfieber zu bekämpfen. Denn das Unterdrücken des Zustands macht diesen meist noch schlimmer, weshalb es besser ist, die Gefühle anzunehmen und stattdessen mit diesen zu arbeiten und die Aufregung auf ein gewisses Level zu reduzieren, damit du letztlich das Lampenfieber überwinden kannst.
Vorweg: Es gibt nicht DEN einen Tipp, der die Angst im Nu verschwinden lässt. Vielmehr gilt es verschiedene Dinge für sich auszuprobieren und zu schauen, was einem persönlich hilft, mit der Angst umzugehen. Dabei kannst du einerseits weit vor deinem Auftritt o.Ä. mit den Übungen und Tipps anfangen, um dir in deiner Vorbereitung die Angst etwas zu nehmen. Falls du dennoch eine kurzfristige Lösung in der Situation benötigst, verrate ich dir auch noch meine Lieblings-Last-Minute Tricks. 😉
Grundsätzlich hilft eine gute Vorbereitung, bei der du deine Inhalte ausgiebig durchgehst und einübst, indem du deine Sicherheit mit den Themen stärkst. So reduzierst du außerdem die Gefahr, dass du nicht sofort in einem Blackout landest, solltest du mal kurz den Faden verlieren. Auch regelmäßige Bewegung hilft vor einem Auftritt, um Stress zu reduzieren und die innere Balance zu wahren. Besonders geeignet sind auch entspannende Sportarten wie Yoga, die deinen Körper und Geist zur Ruhe kommen lassen. Pluspunkt: Beim Yoga lernst du auch viel über die gezielte Atmung und beispielsweise bewusste Atemtechniken, die dir dabei helfen, dich zu entspannen und das Lampenfieber zu überwinden.
Ich hoffe sehr, dass ich dir mit diesem Überblick und meinen Tipps weiterhelfen konnte und dich für deinen nächsten Vortrag, Auftritt, das nächste Interview o.Ä. vorbereiten und dir vor allem die Angst vor dem Lampenfieber nehmen konnte. Versuche das Lampenfieber letztlich als etwas Gutes anzusehen, was dir dabei hilft aufgeweckt, fokussiert und konzentriert zu sein, dich also bei dem was du machst, unterstützt!
Deine

